Mein AB

Mein Anrufbeantworter ist ein märchenhafter Ort an dem wunderbare Menschen ihre ganz persönlichen Nachrichten aus ihren ganz eigenen Welten hinterlassen:

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Es gibt ja diese Geschichten wo die Protagonistin ... also fast immer eine hilfsbedürftige, aber attraktive Frau, immer mehr seltsame und vage bedrohliche Aussetzer erlebt, die nicht zu erklären sind und die ihre Umwelt den Kopf schütteln lassen.
Immer mehr geht schief, sie zieht sich immer weiter zurück und zweifelt an ihrem Verstand, bis sie schließlich entweder
a) umgebracht wird, aber so, dass es wie Selbstmord aussieht, oder
b) in eine geschlossene Anstalt eingeliefert wird.
Dann tritt der rettende Held auf und es stellt sich raus, dass alles eine Verschwörung war, weil man an ihr Erbe wollte.

Tja, ein bisschen geht's mir genauso. Nur ganz anders.

Die strahlenden Ritter waren in meinem Leben schon immer unterrepräsentiert und bevor nicht im Lotto gewinne, das ich aber gar nicht spiele, komme ich auch nicht als interessante Erblasserin infrage. Darum eigne ich nicht als Prota für obige Geschichte.
Persönlich habe ich sowieso immer das Gefühl, ich bringe es maximal zur Nebenrolle nur Erheiterung des Publikums, während die eigentliche Hauptfigur des Films die entscheidenden Abenteurer erlebt. Jedenfalls ...

Pfeifton des ABs deutet Ende der Aufzeichnung an.

Erneuter Anruf:

Wie ich eben, bevor ich so rüde unterbrochen wurde, sagen wollte, dass ich vor dir als Zeugin und damit quasi gerichtlich verwertbar erklären will, dass ich nicht vorhabe, mich umzubringen. Sollte man also meine Leiche in irgendeiner wie oben angedeuteten Krimi-Position finden, bitte ich sämtlichen gefakten Abschiedsbriefen und von innen verschlossenen Zimmern zu misstrauen und den Fall der Kripo zu übergeben.

Sollte jedoch der zweite Fall eintreten und die Herren mit den weißen, quietschenden Turnschuhen mich auf eine verlängerte Spritztour einladen, dann muss ich leider gestehen, dass ich diese spezielle Handlung für übertrieben halten, denn gefährlich bin ich eigentlich nicht, aber im allgemeinen doch eine gewissen Logik dahinter nicht ganz verleugnen kann.

Kurz: Ich werde langsam ga-ga.

Nein, streich das ‚langsam' in dem Satz.

Oder besser noch ersetze das ‚werde' durch ein ‚bin'.

Ganz ehrlich, manchmal denke ich, ich sollte doch kündigen. Wie sagten doch die Bremer Stadtmusikanten: Etwas Besseres als [Name eines Dienstleistungsbetriebs] findest du überall.

Aber dann müsste ich mich an den Wahnsinn in einer anderen Firma gewöhnen!

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Ich werde immer mehr zur Mutter Theresa der Tiere!
Ich habe beim Spaziergang eine junge Krähe gefunden, die wohl attackiert wurde von anderen Krähen, und hab sie aufgehoben, weil ich dachte, die braucht nur ein bisschen Erholung.

Ja Scheißdreck, die ist nun in meinen Armen gestorben und ich stinke nun wie jemand, dem eine Krähe in den Armen gestorben ist.
Igit, hätte nie gedacht, dass die so stinken, aber sind ja wohl Aasfresser und ich gehe nun heim und dusche ein bis zwei Stunden.
So viel zu meinem heutigem Tage.

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Grüß dich, ich hätte da eine Frage. Ich suche gerade im Internet nach Elfenfiguren. Du kaufst dir doch immer eine, wenn du gerade eine Ablehnung von Verlagen kriegst. Und weil du nun so viele hast, dachte ich, du könntest mir mal Tipps geben und mich beraten, wo man die besten kaufen kann. Ruf mich doch an.

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Ich erinnere mich jetzt wieder, was deine Frage von heute Vormittag war. Nämlich wie ich mich motiviere, überhaupt das Haus zu verlassen. Aber nun bist du nicht da, also hast du das Problem irgendwie selber gelöst.
Ich hingegen gehe nun zu Woolworth, ein paar Unterhosen umtauschen. Wünsch mir Glück!

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Hey ich bin's. Ich wollte eigentlich, dass du mich vom Arbeiten abhältst. Aber nun bist du nicht da und jetzt muss ich den Typen doch noch heute umbringen. Tschüß

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Hallo ich bin's. Aber du bist nicht da. Ich wollte dich fragen, ob man bei einer kirchlichen Trauung, also einer katholischen kirchlichen Trauung ein rotes Kleid anziehen kann. Und nun stehe ich da, halbnackt vor dem Kleiderschrank. Als Heidin will ich ja keine Fehler bei den Bräuchen der Ureinwohner machen.
Kannst mich bis morgen früh noch anrufen.

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Ich bin fix und fertig. Ich gehe jetzt nachhause und werde dann durchschlafen bis morgen früh. Ich weiß, es ist erst exakt 16:07, aber das ist der einzige Plan, von dem ich mir noch Rettung erwarten kann.
Sei bloß dankbar, dass du nicht mehr hier arbeitest.

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Ich sitze den ganzen Tag ruhig und zufrieden in meinem Wohnzimmer und arbeite vor mich hin und kaum bin ich zwei Minuten draußen und schon habe ich Knatsch mit so einem Muttertier und ihrem hässlichen Balg. Was soll man dazu sagen?
Mag ja an mir liegen. Mag aber auch an diesen komischen Weibern mit den Produkten ihrer enthemmten Reproduktion liegen.
Nun ja, ich hoffe, du sitzt gerade auf dem Klo und kannst deshalb nicht ans Telefon. In diesem Falle kann ich dir nur raten, nicht das Haus zu verlassen. Draußen ist der Ort, wo das Elend beginnt.

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Soweit ein produktiver Tag.
Ich stand um halb zehn auf, bin mit dem Hunde eine Stunde spazieren gegangen und hab mir die Haare gewaschen.
Hab mich dann wieder hingelegt, nur um jetzt wieder aufzustehen.
Ja gut, und jetzt gehe ich nochmal mit dem Hund und dann wird das selbe Spiel wieder von vorne anfangen, minus Haarewaschen, denn das hab ich ja schon gemacht.
O.k Tschüß. Kein Wunder, das aus mir nichts wird.

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"Hallo Robin,
hier spricht dein Vater.

Rufe bitte zurück.

Ende der Nachricht."

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Möchtest du wissen, welche Reaktion du bekommst, wenn du während der Wiesenzeit bei der Polizei anrufst, weil du seit zwei Tagen einen Hund siehst, der in einem Kombi hintern eingesperrt ist?
Frag lieber nicht.
Wenn dich das aber doch interessiert, dann kannst du mich gerne anrufen und ich werde dir das erzählen, soweit ich mich bis dahin beruhigt habe.