Das Geheimnis der Agatha Christie

Kein Geheimnis sind die vielen Parallelen im Werk der Agatha-Christina Sotheby aus Mord am Lord und dem der Queen of Crime Agatha Christie.
Aber nur die ausgemachten Fans werden auch eine Gemeinsamkeit in ihrem Privatleben entdecken:

Sie beide verschwanden 1926 unter ungeklärten Umständen für volle elf Tage.

Agatha-Christina Sotheby erlitt bei durch einen Autounfall eine Amnesie und vergaß den Schluss ihres eigenen Romans Der Tote in der Bibliothek. Erst über 85 Jahre später gelang es Josie und Theo den Täter zu stellen.

Und die echte Agatha Christie?
Sie verschwand am 3. Dezember 1926 aus ihrem Haus in Berkshire. Stunden später wurde ihr Auto im Straßengraben gefunden, doch von der Autorin fehlte jede Spur.
Erst vor kurzem hatte sie mit Alibi, ihrem vierten Krimi, ihren ersten wirklich großen Erfolg gelandet und war bereits eine nationale Berühmtheit. Doch ihr Privatleben war alles andere als glücklich. Ihr Ehemann, Colonel Archibald Christie, hatte eine Affäre mit einer gemeinsamen Bekannten, Nancy Neel, und verlangte die Scheidung. Doch Agatha weigerte sich.
Aus diesem Grunde auch richtete sich aller Verdacht gegen den Ehemann. Er wurde von der Polizei verhört und über tausend Polizisten suchten nach der Leiche von Agatha Christie. Das Medieninteresse war enorm, Christies Verschwinden brachte es bis auf die Titelseite der New York Times, Arthur Conan Doyle, der Schöpfer von Sherlock Holmes, ließ ein Medium befragen und 15.000 Freiwillige beteiligten sich an der Suche – doch ohne Ergebnis.
Derweil saß Agatha Christie in einem Nobelhotel in Harrogate, Yorkshire, wo sie sich unter dem Namen der Geliebten ihres Mannes ins Hotelregister eingetragen hatte. Sie gab sich nicht zu erkennen, bis elf Tage später eines der Zimmermädchen die Polizei alarmierte.
Offiziell wurde verkündet, Christie habe nach einem Autounfall unter Amnesie gelitten und ihren eigenen Namen vergessen.
Als der Medienrummel etwas abflachte, ließen sich der Colonel und seine Frau scheiden. Er ehelichte seine Geliebte und 1930 heirate Agatha den 14 Jahre jüngeren Archäologen Max Mallowan.
Doch die Gerüchte verstummten nie ganz. Und noch nach ihrem Tod gab es zahlreiche Theorien, was wirklich geschah. Mehrere Bücher und Filme vertraten unterschiedliche Meinungen.
Litt Christie tatsächlich unter einer selten Form von Amnesie? War alles nur ein makabrer Werbegag, wie man ihr damals unterstellte? Eventuell ein aus dem Ruder gelaufener Versuch ihren Ehemann zu strafen oder sein Mitleid oder Schuldgefühle zu erlangen?  Oder gar ein Komplett um ihren untreuen Mann an den Galgen zu bringen?


Gewissheit wird es wohl nie geben. Ihr letztes Geheimnis nahm Agatha Christie mit ins Grab.